Kein  potenzielles Windvorranggebiet  "P10"  für Windenergieanlagen zwischen Patzig und Ralswiek .

Schutz von Natur und Tourismus

Der Schutz von Natur und Tourismus am Nonnensee und Ralswiek auf Rügen ist gefährdet.

Im potenziellen Windvorranggebiet P10 (Windpark Ralswiek) ist laut Projektierer WPG die Errichtung von sechs Windenergieanlagen des Typs Nordex N175/7.0 vorgesehen. Die Anlagen verfügen über einen Rotordurchmesser von 175 m sowie variable Nabenhöhen von  179 m, d.h. eine Gesamthöhe von bis zu 266 Meter

Begründung

Was auf den ersten Blick als notwendiger Schritt für die Energiewende erscheint, hat vor Ort weitreichende Folgen für Natur, Landschaft und eine der wichtigsten wirtschaftlichen Grundlagen der Region.

Das geplante Vorranggebiet liegt nur wenige Kilometer vom Nonnensee entfernt (ca. 3-5 km), einem sensiblen Landschaftsschutzgebiet mit über 80 Vogelarten. Der Nonnensee ist ein bedeutender Rastplatz für Zugvögel, darunter Kraniche, die ihn jedes Jahr im Frühjahr und Herbst nutzen. Gleichzeitig verläuft genau hier eine zentrale Flugroute zwischen dem Nonnensee und dem Großer Jasmunder Bodden.
Die geplanten Windenergieanlagen würden somit nicht nur ein ökologisch sensibles Gebiet erheblich beeinträchtigen, sondern auch ein Landschaftsbild verändern, das für den Tourismus von zentraler Bedeutung ist.

Die Region rund um Ralswiek, Jarnitz, Gnies und Patzig ist Teil eines ausgewiesenen Tourismusraumes. Gäste kommen gezielt wegen der weiten, unverbauten Landschaften, der Ruhe und der besonderen Naturerlebnisse. Großdimensionierte 266 Meter hohe Windenergieanlagen in unmittelbarer Nähe (1.000 Meter) würden dieses Erscheinungsbild grundlegend verändern und die touristische Attraktivität nachhaltig beeinträchtigen.

Tourismus und Naturlandschaft sind hier untrennbar miteinander verbunden. Eine Schwächung dieser Grundlage betrifft nicht nur die Umwelt, sondern auch viele Existenzen vor Ort.

Diese Petition setzt sich daher dafür ein, die Ausweisung des potentiellen Windvorranggebietes P10 in dieser Form zu überdenken. Eine verantwortungsvolle Energiewende muss die Besonderheiten sensibler Natur- und Tourismusregionen berücksichtigen.

Positionierung der Anlagen orientiert sich an der durch wpd vorgestellten Planung am 29.04.2026

Die Darstellung dient nur zur Veranschaulichung der möglichen Auswirkungen des potentiellen Windvorranggebietes P10

Unterschriftensammlung

Mit Ihrer Unterschrift zeigen Sie, dass diese Entscheidung nicht im Hintergrund getroffen werden darf, sondern viele Menschen betrifft und ernst genommen werden muss.

Sie geben der Stellungnahme zusätzliches Gewicht und machen sichtbar, dass es sich nicht um einzelne Bedenken handelt, sondern um ein breites öffentliches Interesse.

Je mehr Menschen sich beteiligen, desto größer ist die Chance, dass diese Aspekte in der weiteren Planung tatsächlich berücksichtigt werden.

Nonnensee bei Bergen auf Rügen
(3-5 km vom potentiellen Windvorranggebiet P10  entfernt)

Der Nonnensee bei Bergen auf Rügen ist ein bedeutender Lebensraum für über 80 Vogelarten und ein wichtiger Rastplatz für Kraniche. Gleichzeitig verläuft hier eine zentrale Flugroute zwischen dem Nonnensee und den Boddengewässern.

Geplante Eingriffe in diesem Bereich betreffen daher nicht nur einzelne Flächen, sondern ein sensibles Zusammenspiel aus Natur, Vogelzug und regionalem Lebensraum.

Infografik zur Veranschaulichung der Auswirkungen auf den Wert einer Immobilie

Ländliche Regionen besonders betroffen

Wissenschaftliche Studien zeigen klar: Der Wertverlust von Immobilien durch Windenergieanlagen ist in ländlichen Regionen am größten.

Die Analyse des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (Frondel et al., 2019) belegt, dass gerade ältere Einfamilienhäuser im ländlichen Raum überdurchschnittlich stark an Wert verlieren. Während oft nur Durchschnittswerte genannt werden, zeigt die Studie im Detail: Im Nahbereich kann der Wertverlust in solchen Regionen bis zu 23 % betragen.

Das ist kein Randphänomen. Es folgt einer klaren Logik:
Wo Menschen wegen Natur, Ruhe und Landschaft leben, trifft deren Veränderung den Immobilienwert am härtesten.

Für Orte wie Ralswiek bedeutet das:
Nicht der Durchschnitt zählt, sondern das Risiko im konkreten Raum.

Wer im ländlichen Raum lebt, trägt das höchste wirtschaftliche Risiko.

Infografik zur Veranschaulichung der Auswirkungen auf den Tourismus

Tourismus in Gefahr – Warum P10 unsere Wirtschaft bedroht

Das Windvorranggebiet P10 am Nonnensee gefährdet die wirtschaftliche Existenzgrundlage unserer Region. Die Auswirkungen würden weit über Gemeindegrenzen hinausreichen und zu Schäden führen, die sich nicht rückgängig machen lassen.

Was auf dem Spiel steht

Der Raum um Ralswiek gehört zum Tourismusschwerpunktraum Rügen. Das Regionale Raumentwicklungsprogramm formuliert selbst, dass der Sicherung von Eignung und Funktion für Tourismus und Erholung ein „besonderes Gewicht bei der Abwägung" beizumessen ist. Etwa 20 Prozent aller Erwerbstätigen der Region arbeiten im Tourismus oder tourismusnahen Betrieben.

Im 10-km-Radius um P10  
Bettenkapazität 8.000–12.000 Betten in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätzen
Betroffene Orte Ralswiek, Sagard, Lietzow, Bergen, Patzig, Buschvitz, Gnies, Jarnitz u.v.m.
Störtebeker-Festspiele ca. 300.000 Besucher jährlich
Wirtschaftsleistung mehrere hundert Millionen Euro Jahresumsatz

Wer zu uns kommt – und warum

Die Touristen, die den Raum Ralswiek aufsuchen, kommen wegen der unverbauten Natur- und Kulturlandschaft:

  • Vogelbeobachter – Kranichrastplätze am Nonnensee, Greifvögel, Zugvogelrouten
  • Radtouristen – landschaftlich reizvolle Routen durch offene Felder
  • Kulturtouristen – Störtebeker-Festspiele, Schloss Ralswiek
  • Ruhesuchende – Menschen, die bewusst die Weite und Stille suchen

Diese Zielgruppen sind besonders sensibel für industrielle Überprägung der Landschaft. Eine 250-Meter-Anlage – viermal so hoch wie die St. Marienkirche in Bergen – wird zur dominierenden Landmarke und zerstört genau das, was diese Gäste suchen.

Warum die Beruhigungsargumente nicht greifen

Befürworter zitieren gerne Studien, die angeblich belegen, dass Windkraft dem Tourismus nicht schadet. Doch diese Aussage ist für unseren Landschaftstyp wissenschaftlich nicht haltbar.

Die falschen Vergleiche

Was die Studien untersuchen Was P10 betrifft
Küstentourismus (Schleswig-Holstein) – Strandurlauber Binnentourismus – Naturbeobachter, Radtouristen, Kulturgäste
Offshore-Windparks (Dänemark) – 15–30 km vor der Küste Onshore-Anlagen – unmittelbar neben Siedlungen und Festspielgelände
Badegäste als homogene Gruppe Differenzierte Zielgruppen mit hoher Landschaftssensibilität

Die schottische Hochlandstudie – der relevante Vergleich

Eine umfassende Studie von Mountaineering Scotland (2017) untersuchte die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf den Tourismus in den schottischen Highlands – einem mit Ralswiek vergleichbaren Landschaftstyp: offene, naturnahe Kulturlandschaft ohne Küstenbezug.

Die zentralen Ergebnisse:

  • Landschaftsbezogene Aktivitäten (Wandern, Radfahren, Naturbeobachtung) zeigen eine signifikant geringere Akzeptanz für Windkraftanlagen als Strandtourismus
  • Wiederbesuchsabsicht sinkt: Ein erheblicher Anteil der Befragten gab an, Gebiete mit Windkraftanlagen künftig zu meiden
  • Kumulative Effekte wurden unterschätzt: Die Wirkung mehrerer Anlagen zusammen übersteigt die Summe der Einzelwirkungen
  • Unberührte Landschaft ist der Hauptgrund für die Destinationswahl – genau dieses Kriterium wird durch Windkraft zerstört

Diese Studie ist für Ralswiek weit relevanter als Küstenbefragungen aus Schleswig-Holstein oder Offshore-Studien aus Dänemark.

Was die Behörden selbst einräumen

Das Umweltbundesamt stellt fest:

„Das Monitoring im Handlungsfeld Tourismuswirtschaft ist oft durch mangelnde Datenverfügbarkeit erheblich eingeschränkt."

Und weiter wird in der Fachliteratur kritisiert:

„Die bestehende Literatur behandelt Touristen oft fälschlicherweise als monolithische Gruppe, die sich fast ausschließlich auf Strandbesucher konzentriert."

Für ländliche Binnenlandschaften wie den Raum Ralswiek fehlen belastbare Langzeitdaten. Bei einem irreversiblen Eingriff in das Landschaftsbild gebietet das Vorsorgeprinzip, von der Ausweisung abzusehen.

Die wirtschaftliche Rechnung

Was passiert, wenn auch nur ein Teil der Gäste ausbleibt?

  • 10 % weniger Auslastung bei 10.000 Betten = ca. 365.000 verlorene Übernachtungen/Jahr
  • Bei durchschnittlich 80–120 € Tagesausgabe = 30–45 Millionen Euro Umsatzverlust jährlich
  • Arbeitsplatzverluste in Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleistungen
  • Wertverlust von Immobilien und touristischen Betrieben

Dem stehen geringe Gewerbesteuereinnahmen gegenüber – die bei artenschutzrechtlich bedingten Abschaltungen (Vogelzug, Fledermausaktivität) noch weiter sinken. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung fällt eindeutig negativ aus.

Das RREP widerspricht sich selbst

Das Regionale Raumentwicklungsprogramm formuliert als Ziel, die „natur- und kulturräumlichen Potenziale" für ein „langfristig wettbewerbsfähiges touristisches Angebot mit hoher Aufenthaltsqualität" zu nutzen.

Die Ausweisung von P10 steht in direktem Widerspruch zu diesem Ziel. Die planerische Abwägung beruhte zudem auf einer unzutreffenden Flächengrundlage – ein Ermittlungsdefizit, das die Eignungsannahme grundsätzlich in Zweifel zieht.

Grafik zur Veranschaulichung der Größenverhältnisse

Regionaler Größenvergleich

Die Größenverhältnisse zwischen der Kirche in Bergen auf Rügen und einem modernen Windrad wirken auf den ersten Blick kaum vorstellbar. Erst im direkten Vergleich wird deutlich, welche Dimensionen heutige Anlagen erreichen.

Die St.-Marienkirche Bergen auf Rügen ist mit ihrem markanten Turm etwa 54 Meter hoch. Sie prägt seit Jahrhunderten das Stadtbild und ist eines der bekanntesten Bauwerke der Region.

Ein modernes Windrad hingegen kann heute eine Gesamthöhe von rund 300 Metern erreichen. Damit ist es mehr als fünfmal so hoch wie die Kirche. Würde man beide Bauwerke nebeneinanderstellen, überragt das Windrad die Kirche deutlich und dominiert die gesamte Umgebung visuell.

Diese Proportion verdeutlicht, wie stark sich die Landschaft durch solche Anlagen verändern kann. Während die Kirche sich harmonisch in das gewachsene Ortsbild einfügt, wirkt ein Windrad dieser Größe wie ein technisches Großbauwerk, das aus großer Entfernung sichtbar ist.

Quellenangaben:

  • Höhe der St.-Marienkirche Bergen auf Rügen
    Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern sowie verschiedene kirchliche und touristische Veröffentlichungen geben die Turmhöhe mit ca. 61 m an
  • Höhe moderner Windkraftanlagen
    Umweltbundesamt und Bundesverband WindEnergie: Moderne Onshore-Windenergieanlagen erreichen Gesamthöhen bis etwa 250 bis 300 m (Nabenhöhe plus Rotordurchmesser)
    siehe z. B. Umweltbundesamt, „Windenergie an Land“ sowie Bundesverband WindEnergie (BWE)

Grafik zur Veranschaulichung von Schlagschatten

Schlagschatten und sein Verhalten über den Tag und die Jahreszeiten

Der Schatten eines modernen Windrads verändert sich im Tagesverlauf und im Laufe der Jahreszeiten deutlich. Ursache dafür ist der unterschiedliche Stand der Sonne am Himmel. Je flacher die Sonne steht, desto länger wird der Schatten.

Schattenverlauf über den Tag

Am Morgen steht die Sonne im Osten. Der Schatten eines Windrads fällt daher lang nach Westen. Mit zunehmender Höhe der Sonne verkürzt sich der Schatten. Um die Mittagszeit erreicht er seine geringste Länge, da die Sonne am höchsten Punkt steht. Am Abend kehrt sich die Richtung um. Die Sonne steht im Westen und der Schatten wandert lang nach Osten.

Bei einem modernen Windrad mit etwa 266 Metern Gesamthöhe kann der Schatten in den frühen Morgenstunden und am Abend mehrere Kilometer weit reichen. In der Mittagszeit reduziert sich die Schattenlänge deutlich, bleibt aber weiterhin sichtbar im näheren Umfeld der Anlage.

 

Infografik zur Veranschaulichung der Schattenbildung bei Windkraftanlagen

Unterschiede zwischen den Jahreszeiten

Auch die Jahreszeit hat einen großen Einfluss. Im Sommer steht die Sonne insgesamt höher am Himmel. Dadurch sind die Schatten kürzer und konzentrieren sich stärker auf die unmittelbare Umgebung der Anlage.

Im Frühling und Herbst liegt die Sonnenbahn niedriger. Die Schatten werden länger und wandern weiter über die Landschaft.

Im Winter steht die Sonne besonders flach. Das führt zu sehr langen Schatten, die mehrere Kilometer erreichen können. Gleichzeitig ist die Dauer von Schattenwurf länger, da die Sonne den ganzen Tag über niedrig bleibt.

Bedeutung für Mensch und Umwelt

Diese Veränderungen sind relevant für die sogenannte Schattenwurfbelastung. Dabei entsteht durch die Drehbewegung der Rotorblätter ein periodischer Wechsel von Licht und Schatten, der als bewegter Schatten wahrgenommen wird. Dieser Effekt kann je nach Entfernung, Ausrichtung und Jahreszeit unterschiedlich stark ausfallen.

Die tatsächliche Belastung hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen die Entfernung zur Anlage, die geografische Lage, die Topografie sowie die genaue Ausrichtung von Gebäuden und Fenstern.

Quellenangaben

  • Umweltbundesamt
    Informationen zu Schattenwurf und Auswirkungen von Windenergieanlagen
    www.umweltbundesamt.de

  • Bundesverband WindEnergie
    Technische Daten moderner Windenergieanlagen und Hinweise zu Schattenwurf
    www.wind-energie.de

  • Deutscher Wetterdienst
    Grundlagen zum Sonnenstand, Tagesverlauf und jahreszeitlichen Veränderungen
    www.dwd.de

  • Fachagentur Windenergie an Land
    Faktenpapier zu Schattenwurf und Genehmigungspraxis
    www.fachagentur-windenergie.de

Grafik zur Veranschaulichung der Geräuschentwicklung  bei Windkraftanlagen

Wie sieht die Geräuschbelastung von Windrädern aus

Hier ist eine pointiertere, aber weiterhin sachliche Version mit Quellen:

Geräuschentwicklung moderner Windräder – was bedeutet das konkret vor Ort?

Moderne Windenergieanlagen mit bis zu 266 Metern Höhe erzeugen ein dauerhaftes Betriebsgeräusch. Charakteristisch ist das rhythmische „Wusch-Wusch“ der Rotorblätter, das durch die Rotation in der Luft entsteht.

In einem Windpark mit etwa 10 Anlagen überlagern sich diese Geräusche zu einem kontinuierlichen, pulsierenden Hintergrundgeräusch, das – anders als viele Alltagsgeräusche – nicht punktuell, sondern dauerhaft vorhanden ist.

Was bedeutet das in 1 km Entfernung?

In rund 1 Kilometer Abstand liegt die rechnerische Geräuschbelastung typischerweise im Bereich von etwa 40 bis 45 dB(A). Das entspricht formal einer ruhigen Wohnumgebung.

Entscheidend ist jedoch:
Nicht nur die Lautstärke ist relevant, sondern die Art des Geräuschs. Das periodische „Wusch-Wusch“ wird besonders in ruhigen Umgebungen und nachts häufig als auffällig und störend wahrgenommen, auch wenn Grenzwerte eingehalten werden.

Windrichtung entscheidet über die tatsächliche Belastung

Auf Rügen dominieren westliche und südwestliche Winde. Das hat direkte Auswirkungen:

  • Ortschaften östlich (Jarnitz / Ralswiek)  des Windparks liegen häufig in Hauptwindrichtung → höhere Geräuschbelastung

  • Ortschaften westlich (Patzig) → meist geringere Belastung

  • Ortschaften nördlich (Gnies)  → wechselnde Situation je nach Wetterlage

Da sich Ortschaften in diesem Fall in Ost, West und Nord jeweils ca. 1 km entfernt befinden, ist mit unterschiedlich starker, teils wechselnder Belastung zu rechnen.

Warum es nachts besonders auffällt

Nachts wird das Geräusch oft deutlich wahrgenommen, weil:

  • die Umgebung sehr leise ist

  • sich Schall bei stabilen Wetterlagen weiter ausbreiten kann

  • gleichmäßige, wiederkehrende Geräusche vom menschlichen Gehirn schwer „ausgeblendet“ werden

Einordnung

Die gesetzlichen Grenzwerte werden in Genehmigungsverfahren berücksichtigt. Dennoch zeigen Untersuchungen, dass Belästigung nicht nur von Dezibelwerten abhängt, sondern stark von Charakter, Dauer und Vorhersehbarkeit eines Geräusches beeinflusst wird.

Quellen

  • Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm), Deutschland

  • Fachagentur Windenergie an Land: Hinweise zur Schallausbreitung und Prognoseverfahren

  • Umweltbundesamt (UBA): Lärmwirkung und Wahrnehmung von Umweltgeräuschen

  • Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW): Windenergie und Schall

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) / KIT Studien zu Windenergie und Akustik

Infografik zur Veranschaulichung der Auswirkungen von Mikroplastik aus Windkraftanlagen

Mikroplastik aus Windkraftanlagen – eine zusätzliche Belastung für den Nonnensee

Das Problem

Die sechs geplanten Nordex N175-Anlagen am Nonnensee erreichen 266 Meter Gesamthöhe. Ihre 87,5-Meter-Rotorblätter erodieren im Betrieb und setzen kontinuierlich Partikel frei:

  • Mikroplastik aus Beschichtungen
  • Glasfasern aus Verbundwerkstoffen
  • Epoxidharze mit bedenklichen Inhaltsstoffen

Die Zahlen

Wissenschaftliche Studien (Mishnaevsky 2024, Caboni 2025) belegen: Pro Rotorblatt entstehen bis zu 540 Gramm Abrieb jährlich.

6 Anlagen × 3 Blätter Pro Jahr Über 25 Jahre Betrieb
18 Rotorblätter bis 10 kg bis 200 kg

Diese Partikel gelangen bei vorherrschenden Westwinden direkt Richtung Nonnensee – ein Landschaftsschutzgebiet.

Der entscheidende Punkt

Heute existiert diese Belastung nicht.

Mit dem Windpark P10 käme eine vermeidbare Umweltbelastung hinzu – in einem Gebiet, für das keine standortspezifische Folgenabschätzung vorliegt.

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages (2025): „Zuverlässige empirische Daten zu Mikroplastik aus Windkraftanlagen sind nach wie vor rar."

Unsere Forderung

Das Vorsorgeprinzip muss gelten: Keine zusätzliche Umweltbelastung ohne ausreichende Datengrundlage – schon gar nicht am Nonnensee.

[Quellen: Mishnaevsky et al. 2024; Caboni et al. 2025; Bundestag WD 8-065-25]

Sammlung hilfreicher Links rund um Windparks, Bürgerbeteiligung und die Regionalplanung Vorpommern 2026. 

🧭 Offizielle Beteiligung

Beteiligungsportal Mecklenburg Vorpommern
Hier können Stellungnahmen zum aktuellen Planungsverfahren eingereicht werden
https://beteiligung.raumordnung-mv.de/cockpit/details.php?vart=3

Regionaler Planungsverband Vorpommern
Alle Unterlagen zur Gesamtfortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms
https://www.rpv-vorpommern.de

Raumordnung Mecklenburg Vorpommern
Überblick zu Planungsverfahren und gesetzlichen Grundlagen
https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/em/Raumordnung/

📄 Wichtige Planungsunterlagen

Zweiter Entwurf RREP Vorpommern 2026
Karten, Vorranggebiete und Begründungen zur Windenergienutzung

Umweltberichte
Bewertung der Auswirkungen auf Natur, Landschaft und Anwohner

Kartenmaterial
Darstellung geplanter Flächen und Abstände

Hinweis: Diese Dokumente sind über das Beteiligungsportal oder die Website des Planungsverbandes abrufbar

🌿 Umwelt und Auswirkungen

Umweltbundesamt
Informationen zu Lärm, Schattenwurf und gesundheitlichen Aspekten
https://www.umweltbundesamt.de

NABU Deutschland
Einschätzungen zu Natur und Artenschutz
https://www.nabu.de

BUND Deutschland
Positionen zu Umweltverträglichkeit und Landschaftsschutz
https://www.bund.net

⚙️ Fakten und Studien zur Windenergie

Fachagentur Wind und Solar
Studien, Faktenchecks und Einordnungen
https://www.fachagentur-windenergie.de

Fraunhofer IWES
Forschung zu Windenergie und technischen Entwicklungen
https://www.iwes.fraunhofer.de

DEWI Deutsches Windenergie Institut
Technische Grundlagen und Analysen
https://www.dewi.de

⚖️ Bürgerinitiative & Mitwirkung

Vernunftkraft
Kritische Perspektiven zu Windkraftausbau
https://www.vernunftkraft.de

Fachagentur Wind und Solar
Studien und Faktenchecks zur Windenergie
https://www.fachagentur-windenergie.de

🔊 Fachinfos zu Auswirkungen von Windparks

Umweltbundesamt
Infos zu Lärm, Schattenwurf und Umweltwirkungen
https://www.umweltbundesamt.de

Deutsches Windenergie-Institut
Technische Grundlagen und Studien
https://www.dewi.de

Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES
Forschung zu Windenergie und Systemintegration
https://www.iwes.fraunhofer.de